Hobbys im Lebenslauf: wann sie helfen, wie du sie angibst
Hobbys sind im Lebenslauf freiwillig. Richtig gewählt zeigen sie, was dich ausmacht und was du außerhalb der Arbeit kannst. Falsch gewählt kosten sie Platz oder werfen Fragen auf. Hier steht, wie du entscheidest.
Der Abschnitt mit Hobbys steht meist ganz unten im Lebenslauf und wird oft in letzter Minute ausgefüllt: Lesen, Reisen, Sport, Freunde treffen. Genau so verschenkst du ihn. Diese Zeilen geben selten den Ausschlag, aber sie werden mitgelesen. Ein konkretes Interesse kann ein Gespräch eröffnen oder eine Fähigkeit zeigen, die im Rest des Lebenslaufs fehlt. Eine austauschbare Liste dagegen sagt nichts aus.
Wann Hobbys sinnvoll sind
Hobbys sind kein Pflichtteil. Die Bundesagentur für Arbeit rät, ausgewählte Hobbys anzugeben, sofern sie inhaltlich gut zur Stelle passen. Ob du sie aufnimmst, hängt davon ab, was dein Lebenslauf sonst schon erzählt.
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Schule, Ausbildung, Studium, erster Job | aufnehmen, sie zeigen, was du außerhalb von Noten kannst |
| Wenig passende Berufserfahrung, etwa beim Quereinstieg | aufnehmen, wenn sie zur neuen Richtung passen |
| Kleinere Betriebe, in denen das Team eng zusammenarbeitet | gern aufnehmen, sie geben einen Eindruck von dir als Person |
| Lange Berufserfahrung, Lebenslauf schon zwei Seiten | oft weglassen oder auf eine Zeile kürzen |
| Hobby passt direkt zur Stelle | aufnehmen, eventuell sogar unter Kenntnisse |
Für Schülerinnen und Schüler sind Interessen oft der Teil, der am meisten über sie sagt. Mehr dazu steht im Ratgeber Lebenslauf als Schüler. Beim Wechsel in eine neue Branche kann ein Hobby die Brücke sein, die zeigt, dass dein Interesse echt ist. Wie du übertragbare Erfahrung sichtbar machst, erklärt der Artikel Bewerbung als Quereinsteiger.
Was ein Hobby zeigen kann
Ein Hobby belegt keine Eigenschaft. Es kann aber ein Hinweis sein, den du im Gespräch mit einer Geschichte untermauerst. Wichtig ist, dass du nicht übertreibst. Ein Hobby ist kein Beweis für Führungsstärke, nur weil es ein Mannschaftssport ist.
| Interesse | Was es andeuten kann | Wann es gut passt |
|---|---|---|
| Trainerin oder Trainer im Verein | Verantwortung für eine Gruppe, Planung, Geduld | Pädagogik, Ausbildung, Teamleitung |
| Programmieren eigener Projekte | technische Neugier, selbstständiges Lernen | IT, Technik, Datenanalyse |
| Musik im Ensemble | regelmäßiges Üben, Abstimmung mit anderen | Stellen mit viel Teamarbeit |
| Ausdauersport mit Wettkämpfen | Ausdauer, langfristige Ziele | körperlich anspruchsvolle Berufe, Vertrieb |
| Kochen für große Runden | Organisation, Arbeiten unter Zeitdruck | Gastronomie, Eventplanung |
| Fotografie oder Videoschnitt | Gestaltung, Umgang mit Software | Medien, Marketing, Social Media |
| Reparieren von Fahrrädern oder Elektronik | handwerkliches Geschick, Fehlersuche | Handwerk, Technik, Service |
Die Tabelle zeigt Beispiele, keine feste Regel. Entscheidend ist, wie du das Hobby wirklich betreibst. Ein Hobby, das du einmal im Jahr machst, wirkt in diesem Licht schnell übertrieben.
So formulierst du Interessen konkret
Ein einzelnes Wort ist austauschbar. Ein kurzer Zusatz macht daraus eine Information. Nenne, was du genau machst, wie lange oder in welchem Rahmen. Ein Satz pro Hobby reicht.
| Austauschbar | Konkret |
|---|---|
| Sport | Handball im Verein seit 2018, Kreisliga |
| Lesen | Science-Fiction, monatlicher Lesekreis in der Stadtbibliothek |
| Musik | E-Gitarre in einer Schulband, Auftritte bei Stadtfesten |
| Reisen | Radreisen mit Zelt, zuletzt entlang der Donau |
| Computer | Eigene kleine Webseiten mit HTML und CSS für Freunde und Familie |
| Kochen | Regionale Küche, koche regelmäßig für Familienfeiern mit 20 Personen |
Die Beispiele sind erfunden. Übernimm die Struktur und setze deine eigenen Interessen ein. Schreib nur, was stimmt. Im Vorstellungsgespräch kann die Frage nach Hobbys als lockerer Einstieg kommen, und wer dann zu einem angegebenen Hobby nichts erzählen kann, wirkt unglaubwürdig.
Welche Hobbys du besser weglässt
Nicht alles, was du gern machst, gehört in eine Bewerbung. Du musst nichts verschweigen, aber du entscheidest, was du teilst.
- Austauschbare Aktivitäten ohne Zusatz: Freunde treffen, Fernsehen, Musik hören, Shopping. Das machen sehr viele.
- Angaben, die Vorurteile auslösen können: Partei, Religion oder Weltanschauung sind privat. Du musst sie nicht angeben. Wegen Religion oder Weltanschauung darf dich nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (§ 1 AGG) niemand benachteiligen; Ausnahmen gibt es etwa bei kirchlichen Arbeitgebern (§ 9 AGG).
- Hobbys, die Fragen nach deiner Verfügbarkeit aufwerfen: Ein Leistungssport mit täglichem Training und Wettkämpfen am Wochenende kann bei Schichtarbeit Fragen aufwerfen. Gib ihn an, wenn du die Frage gut beantworten kannst.
- Risikosportarten ohne Bezug: Wenn du sie nennst, rechne mit Rückfragen. Bei den meisten Stellen bringen sie dir keinen Vorteil.
- Alles, was du nicht vertiefen willst: Was im Lebenslauf steht, darf im Gespräch Thema werden.
Hobby, Ehrenamt oder Kenntnis?
Nicht jede Freizeitaktivität ist ein Hobby. Manche verdienen einen besseren Platz im Lebenslauf.
- Ehrenamt mit Verantwortung, etwa Jugendarbeit, Freiwillige Feuerwehr, Tafel oder Vereinsvorstand, gehört in einen eigenen Abschnitt „Engagement“ mit Zeitraum und Aufgabe. Das zeigt mehr als eine Zeile unter Hobbys.
- Fähigkeiten aus dem Hobby, die für die Stelle zählen, etwa Bildbearbeitung oder Programmiersprachen, stehen besser unter Kenntnisse. Wie du sie dort mit Niveau angibst, steht im Ratgeber Kenntnisse im Lebenslauf.
- Sprachen, die du in der Freizeit gelernt hast, gehören zu den Sprachkenntnissen, mit realistischem Niveau. Hilfe dazu gibt der Artikel Sprachkenntnisse im Lebenslauf.
- Eigene Projekte, etwa eine Webseite, ein Podcast oder ein selbst gebautes Möbelstück, können als Abschnitt „Projekte“ stehen, wenn sie für die Stelle aussagekräftig sind.
Wo der Abschnitt steht und wie er aussieht
Interessen stehen in der Regel am Ende des Lebenslaufs, nach Kenntnissen und Weiterbildungen. Eine Überschrift wie „Interessen“ reicht. Als Form eignen sich kurze Stichpunkte oder eine einzige Zeile mit Kommas, wenn wenig Platz ist.
So kann der Abschnitt aussehen, das Beispiel ist erfunden:
Interessen
- Handball im Verein seit 2018, seit 2024 Co-Trainerin der D-Jugend
- Fotografie, vor allem Porträts, Bildbearbeitung mit Lightroom
- Radreisen mit Zelt, zuletzt eine Woche entlang der Weser
Halte das Format einheitlich mit dem übrigen Lebenslauf: gleiche Schrift, gleiche Aufzählungszeichen, keine Symbole oder Icons, die eine Software beim Auslesen möglicherweise nicht versteht. Warum das wichtig ist, erklärt der Ratgeber zum ATS-Lebenslauf.
Beispiele passend zur Stelle
Dasselbe Hobby kann je nach Stelle mehr oder weniger aussagen. Die folgenden Beispiele sind erfunden und zeigen, wie du die Auswahl an die Bewerbung anpasst.
- Ausbildung zur Erzieherin: „Betreuerin bei Ferienfreizeiten der Kirchengemeinde seit 2023“ sagt hier mehr als „Joggen“. Das Joggen kann trotzdem dabeibleiben, wenn Platz ist.
- Stelle im Onlinemarketing: „Eigener Instagram-Kanal über Pflanzenpflege, Fotos und Texte selbst erstellt“ zeigt, dass du Inhalte planst und veröffentlichst.
- Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker: „Restaurierung eines Motorrollers gemeinsam mit meinem Vater“ zeigt handwerkliches Interesse, das du im Gespräch belegen kannst.
- Stelle in der Buchhaltung: „Kassenwart im Kleingartenverein“ gehört eher unter Engagement, weil es Verantwortung für Geld und Belege zeigt.
Passe die Reihenfolge an: Das Interesse mit dem stärksten Bezug zur Stelle steht oben.
Hobbys im Vorstellungsgespräch
Fragen wie „Was machen Sie in Ihrer Freizeit?“ sind meist kein Test, sondern ein Gesprächseinstieg. Trotzdem lohnt sich eine kurze Vorbereitung. Überleg dir zu jedem angegebenen Hobby eine kleine Geschichte: Wie bist du dazu gekommen, was machst du genau, was gefällt dir daran? Wenn es passt, kannst du einen Bezug zur Stelle herstellen, ohne ihn zu erzwingen. Ein ehrliches „Das ist mein Ausgleich zum Job“ ist ebenfalls eine gute Antwort.
Checkliste für den Abschnitt Interessen
- Zwei bis vier Interessen, jeweils mit einem konkreten Zusatz
- Nur Hobbys, die du wirklich betreibst und zu denen du etwas erzählen kannst
- Ehrenamt mit Verantwortung in einem eigenen Abschnitt
- Fähigkeiten aus dem Hobby zusätzlich unter Kenntnisse, wenn sie für die Stelle zählen
- Keine Angaben, die du im Gespräch nicht vertiefen willst
- Gleiches Format wie der übrige Lebenslauf
Mehr Hinweise für das ganze Dokument stehen in den Lebenslauf-Tipps. Lebenslauf-Vorlagen für Word zum Ausfüllen findest du bei den kostenlosen Vorlagen.
So hilft dir Hirezard
Hirezard liest deine bisherigen Unterlagen aus, übernimmt Interessen und Ehrenamt, die dort stehen, und fragt nach, wo ein konkreter Zusatz fehlt. Der KI-Coach erfindet keine Hobbys und keine Erfolge; was offen ist, bleibt als Platzhalter markiert. Deinen Lebenslauf gestaltest du in einem von 32 Designs. Du kannst ihn kostenlos ausprobieren und im Design „Klar“ kostenlos als PDF herunterladen.
Quellen
- Den perfekten Lebenslauf erstellen, Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am
- § 1 AGG: Ziel des Gesetzes, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am
- § 9 AGG: Zulässige unterschiedliche Behandlung wegen der Religion oder Weltanschauung, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am
Häufige Fragen
Gehören Hobbys überhaupt in einen Lebenslauf?
Sie sind freiwillig. Sinnvoll sind sie, wenn sie etwas zeigen, das für die Stelle zählt, oder wenn dein Lebenslauf noch wenig Berufserfahrung enthält. Mit langer Berufserfahrung kannst du sie oft weglassen, ohne dass etwas fehlt.
Wie viele Hobbys sollte ich angeben?
Zwei bis vier reichen. Lieber wenige, die du konkret beschreibst, als eine lange Liste. Jedes Hobby sollte so sein, dass du im Gespräch zwei Minuten darüber erzählen kannst.
Wie heißt der Abschnitt im Lebenslauf?
Üblich sind „Interessen“, „Hobbys“ oder „Persönliche Interessen“. Ehrenamt und Vereinsarbeit mit Verantwortung kannst du auch in einem eigenen Abschnitt „Engagement“ aufführen.
Sind Hobbys wie Lesen oder Reisen schlecht?
Schlecht nicht, aber austauschbar. Viele Menschen lesen oder reisen gern. Wenn du sie angeben willst, mach sie konkret, zum Beispiel mit dem Genre, einem Lesekreis oder einer bestimmten Reiseart.
Muss ich politische oder religiöse Aktivitäten angeben?
Nein. Angaben zu Partei, Religion oder Weltanschauung sind privat und für fast alle Stellen nicht relevant. Du entscheidest selbst, ob du so etwas nennst. Bei kirchlichen Arbeitgebern kann die Religion nach § 9 AGG unter Umständen eine berufliche Anforderung sein.