Ratgeber · Schule, Studium, Berufseinstieg

Lebenslauf als Schüler: so füllst du eine Seite

Ohne Berufserfahrung wirkt ein leerer Lebenslauf erst einmal entmutigend. Dabei hast du mehr zu bieten, als du denkst: Schule, Praktika, Nebenjobs, Ehrenamt und Interessen zeigen, wer du bist und was du kannst.

Von Timur Aktas Gonzalez · Aktualisiert am 14.10.2026 · 7 Min. Lesezeit

Ein Lebenslauf als Schülerin oder Schüler hat dieselbe Aufgabe wie jeder andere: Er soll schnell zeigen, ob du zur Stelle passt. Weil die Berufserfahrung noch fehlt, verschiebt sich der Schwerpunkt. Wichtig werden Schule, Praktika, Nebenjobs, Engagement und das, was du gern und gut machst. Arbeitgeber, die Praktikumsplätze oder Ausbildungsstellen vergeben, wissen, dass du am Anfang stehst. Sie suchen Interesse, Zuverlässigkeit und erste Hinweise auf Talente.

Der Aufbau im Überblick

  1. Persönliche Daten: Name, Adresse, Telefonnummer, eine seriöse E-Mail-Adresse. Geburtsdatum ist freiwillig, für Ausbildungen unter 18 Jahren aber oft hilfreich.
  2. Schulbildung: aktuelle Schule mit Klasse und angestrebtem Abschluss, darunter frühere Schulen.
  3. Praktische Erfahrung: Praktika, Schülerjobs, Ferienjobs.
  4. Engagement: Ehrenamt, Schülervertretung, Verein, Nachhilfe, Projekte.
  5. Kenntnisse: Sprachen, Computer, Führerschein, Kurse.
  6. Interessen: zwei bis vier, möglichst mit Bezug zur Stelle.
  7. Ort, Datum und Unterschrift, wenn du den Lebenslauf ausdruckst.

Sortiere innerhalb der Abschnitte umgekehrt chronologisch: das Neueste oben. Wie ein Lebenslauf grundsätzlich aufgebaut ist, erklärt der Ratgeber Lebenslauf schreiben.

Was du angeben kannst, auch ohne Berufserfahrung

Schulpraktika. Das Betriebspraktikum in der 9. oder 10. Klasse ist echte Erfahrung. Nenn Betrieb, Zeitraum und zwei bis drei Aufgaben: „Waren eingeräumt und Preise geprüft“, „Kundinnen am Empfang begrüßt und Termine eingetragen“.

Nebenjobs und Ferienjobs. Zeitungen austragen, Babysitten, Kassieren im Supermarkt oder Aushilfe in der Gastronomie zeigen, dass du pünktlich und verlässlich bist und mit Geld oder Menschen umgehen kannst.

Schulische Aufgaben. Klassensprecherin, Schülerzeitung, Technik-AG, Streitschlichter, Schulsanitäter: Diese Rollen zeigen Verantwortung.

Ehrenamt und Verein. Trainerhelfer im Fußballverein, Jugendfeuerwehr, Mitarbeit in der Gemeinde oder bei der Tafel sind starke Punkte. Schreib dazu, was du dort machst.

Eigene Projekte. Eine selbst gebaute Website, ein Video-Kanal zu einem Thema, reparierte Fahrräder für Freunde, ein Instrument seit Jahren: Wenn es zur Stelle passt, gehört es hinein.

Beispiel: Lebenslauf für eine Ausbildung

Das folgende Muster ist frei erfunden und zeigt die Struktur. Ersetze alle Angaben durch deine eigenen.

Schulbildung

  • seit 08/2020 · Gesamtschule am Park, Dortmund · angestrebter Abschluss: Fachoberschulreife (06/2026)
  • 08/2016 – 07/2020 · Grundschule Nordmarkt, Dortmund

Praktische Erfahrung

  • 02/2025 · Schulpraktikum, Autohaus Beispiel GmbH, Werkstatt · Räder gewechselt unter Anleitung, Fahrzeuge für die Übergabe vorbereitet
  • seit 05/2024 · Aushilfe im Getränkemarkt (Minijob, samstags) · Leergut angenommen, Regale aufgefüllt

Engagement

  • seit 2023 · Jugendfeuerwehr, Löschzug Mitte · regelmäßige Übungen, Teilnahme an der Leistungsspange

Kenntnisse

  • Deutsch (Muttersprache), Englisch (B1), Türkisch (fließend in Wort)
  • MS Word und PowerPoint (gute Kenntnisse), 10-Finger-Schreiben
  • Führerschein Klasse AM

Interessen

  • Schrauben am eigenen Moped, Fußball (Verein, seit 2019)

Achte darauf, dass alle Zeiträume das gleiche Format haben (MM/JJJJ) und sich nicht widersprechen.

Kenntnisse und Interessen geschickt nutzen

Bei wenig Erfahrung tragen die Abschnitte Kenntnisse und Interessen mehr Gewicht. Nutze sie gezielt:

  • Sprachen: Gib alle Sprachen an, die du sprichst, auch Herkunftssprachen. Das ist in vielen Berufen ein Vorteil. Wie du das Niveau angibst, steht im Ratgeber zu Sprachkenntnissen.
  • Computer: Nenne Programme, die du sicher bedienst. „Internet“ und „Handy“ gehören nicht dazu.
  • Interessen mit Bezug: Für eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel passt „Verkauf auf dem Flohmarkt“ besser als „Freunde treffen“.
  • Kurse: Erste-Hilfe-Kurs, Schwimmabzeichen, Programmierkurs an der Volkshochschule oder ein Online-Zertifikat können ein Plus sein.

Mehr Beispiele, wie du Fähigkeiten auswählst und bewertest, findest du im Artikel Kenntnisse im Lebenslauf.

Praktikum, Ausbildung oder Nebenjob: was jeweils zählt

Für ein Praktikum zählen Interesse und Lernbereitschaft. Zeig, was dich an dem Beruf neugierig macht: ein Schulfach, ein Projekt, ein Hobby. Ein Satz im Kurzprofil reicht, zum Beispiel „Interessiere mich für Elektronik, baue in der Technik-AG eigene Schaltungen.“

Für eine Ausbildung schauen Betriebe auf Schulabschluss, Noten in passenden Fächern, Praktika und Zuverlässigkeit. Nenn das Schulpraktikum ausführlich, wenn es im gleichen Berufsfeld war, und gib an, wann du die Schule abschließt.

Für einen Nebenjob zählt vor allem, dass du verfügbar und verlässlich bist. Schreib dazu, an welchen Tagen oder in welchem Umfang du arbeiten kannst, wenn die Anzeige danach fragt. Erfahrungen mit Kasse, Kundschaft oder Lager sind ein Plus.

Mit einem kurzen Satz unter deinem Namen, dem Kurzprofil, sagst du in jedem Fall direkt, wohin du willst: „Schülerin der 10. Klasse, suche einen Ausbildungsplatz als Medizinische Fachangestellte ab August.“

Häufige Fehler bei Schülerlebensläufen

  • Unseriöse E-Mail-Adresse: Leg dir eine Adresse mit Vor- und Nachnamen an.
  • Zu wenig Inhalt in einem großen Design: Ein ruhiges, einspaltiges Layout wirkt bei wenig Text aufgeräumter. Tipps dazu im Ratgeber zum Lebenslauf-Design.
  • Übertreibungen: „Leitung eines Teams“ für eine Gruppenarbeit fällt im Gespräch auf.
  • Rechtschreibfehler: Lass den Lebenslauf von zwei Personen lesen.
  • Fehlende Lücken-Erklärung: Ein Wiederholungsjahr oder ein Schulwechsel ist kein Drama. Schreib die Zeiträume einfach ehrlich hin.

Checkliste

  • Eine Seite, übersichtlich, das Neueste oben
  • Angestrebter Abschluss mit voraussichtlichem Datum
  • Praktika und Jobs mit zwei bis drei konkreten Aufgaben
  • Engagement und Interessen mit Bezug zur Stelle
  • Sprachen und Computerkenntnisse mit Niveau
  • Seriöse E-Mail-Adresse, einheitliche Datumsangaben
  • Als PDF gespeichert, Dateiname mit deinem Namen

Zum Lebenslauf gehört meist ein Anschreiben. Wie du es aufbaust und womit du startest, erklären der Ratgeber zum Aufbau des Anschreibens und unsere Tipps für das Anschreiben.

So hilft dir Hirezard

Wenn du noch keinen Lebenslauf hast, startest du mit dem KI-Coach. Er fragt dich Schritt für Schritt nach Schule, Praktika, Jobs und Interessen und macht daraus Einträge, die du prüfst und änderst. Er erfindet nichts dazu: Was du nicht erzählst, steht nicht drin. Bauen und alle Designs ausprobieren ist kostenlos, den Lebenslauf im Design „Klar“ lädst du kostenlos herunter.

Häufige Fragen

Wie lang sollte der Lebenslauf als Schüler sein?

Eine Seite reicht fast immer. Lieber eine gut gefüllte, übersichtliche Seite als zwei halbleere.

Muss ich meine Noten angeben?

Im Lebenslauf reicht der angestrebte oder erreichte Abschluss, gute Noten in passenden Fächern kannst du nennen. Das Zeugnis legst du ohnehin als Anlage bei.

Brauche ich als Schüler ein Bewerbungsfoto?

Nein. Ein Foto ist in Deutschland freiwillig. Wenn du eins nutzt, sollte es aktuell und ordentlich sein, ein Automatenbild oder Urlaubsfoto ist keine gute Wahl.

Darf meine Mutter oder mein Vater den Lebenslauf schreiben?

Hilfe beim Korrekturlesen ist sinnvoll. Die Inhalte sollten aber deine sein, denn im Gespräch wirst du zu jedem Punkt gefragt.