Ratgeber · Lebenslauf

Führerschein im Lebenslauf: Klassen, Platz, Beispiele

Für viele Stellen ist der Führerschein eine Nebensache, für manche eine Grundbedingung. Hier steht, welche Klassen es gibt, wo sie im Lebenslauf hingehören und wie du Zusatzscheine wie Stapler oder ADR richtig angibst.

Von Timur Aktas Gonzalez · Aktualisiert am 21.10.2026 · 8 Min. Lesezeit

Ein Führerschein ist im Lebenslauf schnell notiert: eine Zeile, ein Buchstabe. Trotzdem lohnt es sich, kurz darüber nachzudenken. Für eine Stelle in der Logistik, in der ambulanten Pflege oder im Außendienst kann genau diese Zeile entscheiden, ob deine Bewerbung in die engere Auswahl kommt. Für eine Stelle im Büro ist sie dagegen eine Randnotiz. Entscheidend ist, dass die Angabe stimmt, vollständig ist und an der richtigen Stelle steht.

Welche Führerscheinklassen gibt es?

In Deutschland gelten die EU-Führerscheinklassen, ergänzt um zwei nationale Klassen für Land- und Forstwirtschaft. Geregelt sind sie in § 6 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Die Übersicht hilft dir, deine Klassen korrekt zu benennen. Welche Klassen du hast, steht auf der Rückseite deines Kartenführerscheins, jeweils mit Datum der Erteilung.

Zweiräder und leichte Fahrzeuge

Klasse Was du damit fahren darfst (vereinfacht)
Mofa-Prüfbescheinigung Mofas bis 25 km/h, kein Führerschein im eigentlichen Sinn
AM Kleinkrafträder und Roller bis 45 km/h, leichte vierrädrige Fahrzeuge
A1 Leichtkrafträder bis 125 ccm und 11 kW
A2 Krafträder bis 35 kW
A Krafträder ohne Leistungsgrenze

Pkw und Anhänger

Klasse Was du damit fahren darfst (vereinfacht)
B Kraftfahrzeuge bis 3,5 t zulässige Gesamtmasse und bis acht Sitzplätze neben dem Fahrersitz, mit leichtem Anhänger
B mit Schlüsselzahl 96 (B96) wie B, aber Gespanne bis 4,25 t, nach einer Fahrerschulung ohne Prüfung
BE Zugfahrzeug der Klasse B mit Anhänger bis 3,5 t

Lkw und Busse

Klasse Was du damit fahren darfst (vereinfacht)
C1 Fahrzeuge über 3,5 t bis 7,5 t
C1E C1 mit schwerem Anhänger, Gesamtzug bis 12 t
C Lkw über 3,5 t ohne Obergrenze
CE Lkw der Klasse C mit schwerem Anhänger, also Sattelzug oder Hängerzug
D1 Kleinbusse mit bis zu 16 Fahrgastplätzen und bis 8 m Länge
D1E D1 mit schwerem Anhänger
D Busse mit mehr als acht Fahrgastplätzen
DE Busse der Klasse D mit schwerem Anhänger

Nationale Klassen L und T

Klasse Was du damit fahren darfst (vereinfacht)
L land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen bis 40 km/h, selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Stapler bis 25 km/h
T land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen bis 60 km/h und selbstfahrende Arbeitsmaschinen bis 40 km/h, nur für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke

Die Tabellen sind bewusst vereinfacht. Die genauen Grenzen und Sonderregeln stehen in § 6 FeV, das Mindestalter je Klasse in § 10 FeV. Im Lebenslauf reicht die Klasse; die Erklärung brauchst du vor allem, um deine eigenen Klassen richtig einzuordnen.

Ein Hinweis zum alten Führerschein: Wer noch einen Führerschein der alten Klasse 3 hat oder ihn umgetauscht hat, besitzt oft mehr als nur B, zum Beispiel C1 und C1E. Schau auf die Rückseite oder in deinen Umtauschbeleg. Was dort steht, darfst du angeben. Was dort nicht steht, nicht. Achte auch auf ein eingetragenes Ablaufdatum, das kann etwa bei C1 und C1E vorkommen.

Zusatzqualifikationen rund ums Fahren

Viele Stellen in Lager, Transport und Bau verlangen neben der Klasse weitere Nachweise. Sie gehören ebenfalls in den Lebenslauf, aber mit klarer Bezeichnung.

  • Berufskraftfahrerqualifikation (Schlüsselzahl 95): Wer im Güter- oder Personenkraftverkehr Lkw ab Klasse C1 oder Busse ab D1 fährt, braucht in der Regel die Grundqualifikation (§ 1 BKrFQG) und danach alle fünf Jahre eine Weiterbildung (§ 5 BKrFQG). Im Führerschein steht dann die Schlüsselzahl 95 mit Ablaufdatum. Schreib im Lebenslauf das Datum dazu, bis zu dem sie gilt.
  • Fahrerkarte: Für Lkw und Busse mit digitalem Fahrtenschreiber brauchst du eine persönliche Fahrerkarte, die das Kraftfahrt-Bundesamt registriert. Ein kurzer Hinweis „Fahrerkarte vorhanden“ zeigt, dass du sofort einsetzbar bist.
  • ADR-Bescheinigung: Sie berechtigt zum Transport von Gefahrgut. Gib an, welche Kurse sie umfasst, etwa Basiskurs oder Tank, und bis wann sie gültig ist.
  • Staplerschein: Der Fahrausweis für Flurförderzeuge ist kein amtlicher Führerschein. Er entsteht durch eine Ausbildung nach DGUV Grundsatz 308-001, der Arbeitgeber beauftragt dich zusätzlich schriftlich (DGUV Vorschrift 68). Nenne Jahr und Anbieter, bei Bedarf auch die Gerätearten, auf denen du geschult bist.
  • Weitere Nachweise: Kranschein, Hubarbeitsbühne, Erdbaumaschinen oder Ladungssicherung gehören in dieselbe Rubrik, wenn sie für die Stelle wichtig sind.

Wo steht der Führerschein im Lebenslauf?

Für die meisten Bewerbungen ist der Platz der Abschnitt Kenntnisse oder Weitere Qualifikationen, gemeinsam mit Sprachen und Software. Wie du diesen Abschnitt insgesamt aufbaust, steht im Ratgeber Kenntnisse im Lebenslauf.

Ist das Fahren der Kern der Stelle, gehört der Führerschein weiter nach oben. Bei Berufskraftfahrerinnen, Busfahrern oder Staplerfahrern kann er schon im Kurzprofil stehen, etwa: „Berufskraftfahrer mit Klasse CE, Schlüsselzahl 95 und ADR-Bescheinigung“. So sieht die lesende Person sofort, dass die Grundbedingung erfüllt ist.

Die Form ist schlicht. Eine Zeile reicht:

  • Führerschein Klasse B
  • Führerschein Klassen B, BE und C1
  • Führerschein Klasse B, eigener Pkw vorhanden

Die Angabe „eigener Pkw vorhanden“ ist freiwillig. Sie hilft, wenn du an wechselnden Orten arbeiten sollst oder der Betrieb schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Sie ist aber keine Zusage, dein Auto dienstlich zu nutzen. Das klärst du im Gespräch.

Wann spielt der Führerschein eine Rolle?

Bei manchen Berufen ist der Führerschein eine Voraussetzung, bei anderen ein Pluspunkt. Ein Blick in die Anzeige zeigt meist, was gilt. Steht dort „Führerschein Klasse B zwingend“, gehört die Angabe auf jeden Fall hinein.

Bereich Typische Anforderungen
Logistik und Transport Klassen C, CE oder C1, Schlüsselzahl 95, Fahrerkarte, ADR, Staplerschein im Lager
Handwerk und Bau Klasse B für Fahrten zur Baustelle, oft BE oder B96 für Anhänger, manchmal C1 für Transporter über 3,5 t
Ambulante Pflege Klasse B, Fahrten zu Patientinnen und Patienten mit dem Dienstwagen, Erfahrung im Stadtverkehr
Außendienst und Vertrieb Klasse B, häufig lange Strecken, Dienstwagen, gelegentlich eigener Pkw
Personenbeförderung Klassen D oder D1, Schlüsselzahl 95, bei Taxi und Mietwagen ohne Klasse D oder D1 die Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung
Landwirtschaft und Gartenbau Klassen L oder T, bei größeren Maschinen auch CE

Auch wenn die Anzeige den Führerschein nicht erwähnt, kann er nützlich sein, etwa bei Stellen im Kundendienst oder in einem kleinen Betrieb mit vielen Außenterminen. Im Zweifel nimmst du die Zeile auf. Sie kostet keinen Platz.

Beispiele für verschiedene Bewerbungen

Die Beispiele sind erfunden. Übernimm die Struktur und setze deine eigenen Angaben ein.

Pflegefachkraft im ambulanten Dienst

Weitere Qualifikationen

  • Führerschein Klasse B, sicheres Fahren im Stadtverkehr durch tägliche Touren im Praktikum
  • Erste-Hilfe-Ausbilderin, Auffrischung 2026

Fachkraft für Lagerlogistik

Kenntnisse und Nachweise

  • Führerschein Klasse B
  • Staplerschein nach DGUV Grundsatz 308-001, 2024, Frontstapler und Schubmaststapler
  • Warenwirtschaftssystem, Scanner, Kommissionierung nach Pick by Voice

Berufskraftfahrer im Fernverkehr

Kurzprofil Berufskraftfahrer mit Klasse CE, Schlüsselzahl 95 gültig bis 08/2029, Fahrerkarte und ADR-Bescheinigung (Basiskurs und Tank) gültig bis 05/2028.

Elektroniker im Handwerk

Weitere Qualifikationen

  • Führerschein Klassen B und BE
  • Arbeiten mit Hubarbeitsbühne, Einweisung 2025

Was tun, wenn der Führerschein noch fehlt?

Wenn du den Führerschein gerade machst, schreib den Stand ehrlich hinein, zum Beispiel: „Klasse B in Ausbildung, Prüfung voraussichtlich 03/2027“. Das ist besonders für Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz üblich, bei denen viele noch keinen Führerschein haben. Mehr zum Lebenslauf in dieser Phase steht im Ratgeber Lebenslauf als Schüler.

Hast du keinen Führerschein und verlangt die Stelle einen, lässt du die Zeile weg. Erfinde nichts und schreib auch nicht „Führerschein geplant“, wenn du keinen Termin hast. Im Anschreiben kannst du erklären, wie du den Arbeitsort erreichst oder bis wann du den Führerschein machen willst, wenn das wirklich feststeht.

Bei einem befristeten Fahrverbot oder einer entzogenen Fahrerlaubnis gilt: Schreib nicht, dass du eine Klasse hast und sofort fahren kannst, wenn das gerade nicht stimmt. Bei Stellen, in denen du nicht fahren musst, musst du ein Fahrverbot nicht ansprechen. Bei Stellen mit Fahrtätigkeit sprichst du es offen an, sobald es um den Starttermin geht. Eine ehrliche Erklärung kommt besser an als ein Widerspruch, der im ersten Monat auffällt.

Checkliste für die Angabe

  • Klassen stimmen mit der Rückseite deines Führerscheins überein
  • Bei Lkw und Bus: Schlüsselzahl 95 mit Ablaufdatum
  • Bei Gefahrgut: ADR-Bescheinigung mit Kursen und Gültigkeit
  • Staplerschein unter Qualifikationen, mit Jahr und Gerätearten
  • Platz passend zur Stelle: Kenntnisse oder, wenn zentral, Kurzprofil
  • „Eigener Pkw“ nur, wenn es für die Stelle eine Rolle spielt
  • Kein Führerschein angegeben, der gerade nicht gilt

Weitere Tipps zum ganzen Dokument findest du in den Lebenslauf-Tipps und im Ratgeber Lebenslauf schreiben. Wenn du lieber mit einer fertigen Datei arbeitest, gibt es kostenlose Word-Vorlagen zum Ausfüllen.

Fertige Beispiele mit Führerschein und Zusatzscheinen findest du in den Vorlagen für Berufskraftfahrer, Staplerfahrer und Fachkraft für Lagerlogistik.

So hilft dir Hirezard

Hirezard liest deine bisherigen Unterlagen aus, übernimmt Führerscheinklassen und Nachweise, die dort stehen, und fragt nach, wenn etwa ein Ablaufdatum fehlt. Der KI-Coach erfindet nichts: Was du nicht angegeben hast, bleibt als Platzhalter markiert. Deinen Lebenslauf gestaltest du in einem von 32 Designs. Du kannst ihn kostenlos ausprobieren und im Design „Klar“ kostenlos als PDF herunterladen.

Quellen

  1. § 6 FeV: Einteilung der Fahrerlaubnisklassen, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am
  2. § 10 FeV: Mindestalter, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am
  3. § 48 FeV: Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am
  4. § 1 BKrFQG: Anwendungsbereich, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am
  5. § 5 BKrFQG: Weiterbildung, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am
  6. Fahrtenschreiberkartenregister (FKR), Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am
  7. DGUV Grundsatz 308-001: Qualifizierung und Beauftragung der Fahrerinnen und Fahrer von Flurförderzeugen, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, abgerufen am
  8. DGUV Vorschrift 68: Flurförderzeuge, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, abgerufen am

So wählen und prüfen wir Quellen

Häufige Fragen

Muss ich meinen Führerschein im Lebenslauf angeben?

Nein, Pflicht ist das nicht. Sinnvoll ist es immer dann, wenn die Stelle Fahrten mit sich bringt oder die Anzeige einen Führerschein nennt. Bei einem Bürojob in der Innenstadt kannst du ihn weglassen, er schadet aber auch nicht.

Wo steht der Führerschein im Lebenslauf?

Meist im Abschnitt „Kenntnisse“ oder „Weitere Qualifikationen“, gemeinsam mit Sprachen und Software. Ist er für die Stelle zentral, etwa als Berufskraftfahrer, gehört er weiter nach oben, zum Beispiel direkt ins Kurzprofil.

Soll ich „eigener Pkw vorhanden“ schreiben?

Wenn die Stelle Einsätze an wechselnden Orten hat oder der Arbeitsort schlecht mit Bus und Bahn erreichbar ist, ja. In allen anderen Fällen ist die Angabe freiwillig und kann entfallen.

Ist der Staplerschein ein Führerschein?

Nein, es ist kein amtlicher Führerschein, sondern ein Fahrausweis nach einer Ausbildung gemäß DGUV Grundsatz 308-001. Im Lebenslauf steht er deshalb besser unter Qualifikationen oder Weiterbildungen, mit Jahr und Anbieter.

Was schreibe ich, wenn ich den Führerschein gerade mache?

Schreib ehrlich den Stand, zum Beispiel „Klasse B in Ausbildung, Prüfung voraussichtlich 03/2027“. So weiß der Arbeitgeber, womit er rechnen kann, und du versprichst nichts, was noch nicht feststeht.

Muss ich ein Fahrverbot erwähnen?

Im Lebenslauf musst du ein Fahrverbot nicht von dir aus erwähnen. Ist das Fahren aber Teil der Stelle, solltest du nicht angeben, dass du sofort fahren kannst, wenn das nicht stimmt. Sprich es im Gespräch offen an, sobald es für den Einsatz eine Rolle spielt.