Vorlage für Logistik und Verkehr
Berufskraftfahrer/in: Lebenslauf und Bewerbung mit Beispiel
Eine Spedition will auf einen Blick sehen, was du fahren darfst und wo du schon unterwegs warst. Hier findest du einen Lebenslauf und ein Anschreiben für Berufskraftfahrer, die genau das zeigen, dazu Vorlagen für Word.
Worauf Arbeitgeber bei Berufskraftfahrer/in achten
Für eine Spedition oder einen Verkehrsbetrieb ist die erste Frage ganz praktisch: Darfst du das Fahrzeug fahren, das wir für dich haben? Deshalb schauen Disponenten und Personalverantwortliche zuerst auf deine Führerscheinklassen, auf die Schlüsselzahl 95 und darauf, ob du eine gültige Fahrerkarte besitzt. Fehlt eine dieser Angaben, wird meist nicht nachgefragt, sondern die nächste Bewerbung gelesen.
Danach geht es um deine Einsatzerfahrung. Ein Nahverkehrsfahrer mit täglichen Touren zu Supermärkten bringt andere Erfahrung mit als jemand, der jahrelang im internationalen Fernverkehr unterwegs war. Schreib deshalb dazu, welche Art von Verkehr du gefahren bist, mit welchen Fahrzeugen und Aufbauten, zum Beispiel Sattelzug, Wechselbrücke, Kühlkoffer, Tankwagen oder Kipper, und ob du selbst be- und entladen hast.
Im Alltag zählen außerdem Verlässlichkeit und ein sauberer Umgang mit Vorschriften. Wer Lenk- und Ruhezeiten einhält, die Abfahrtskontrolle ernst nimmt, Ladung korrekt sichert und Schäden ehrlich meldet, spart dem Betrieb Bußgelder, Reparaturen und Ärger mit Kunden. Diese Haltung kannst du im Lebenslauf mit konkreten Beispielen zeigen, etwa mit unfallfreien Jahren, wenn sie stimmen, oder mit Aufgaben wie der Einweisung neuer Kollegen.
Typische Aufgaben, die in den Lebenslauf gehören
- Abfahrtskontrolle am Fahrzeug durchführen: Bremsen, Reifen, Beleuchtung, Flüssigkeitsstände, Aufbau
- Ladung übernehmen, Gewicht gleichmäßig verteilen und nach Vorschrift sichern
- Frachtpapiere, Lieferscheine und bei Gefahrgut die Beförderungspapiere prüfen und mitführen
- Touren nach Vorgabe der Disposition fahren und Lenk- und Ruhezeiten mit dem digitalen Fahrtenschreiber dokumentieren
- Ware beim Kunden übergeben, Empfang quittieren lassen und Schäden oder Fehlmengen festhalten
- Im Personenverkehr Fahrgäste befördern, Fahrkarten verkaufen und bei Störungen Auskunft geben
- Kleinere Wartungsarbeiten erledigen und Mängel an die Werkstatt melden
Kenntnisse, Soft Skills und Nachweise
Fachkenntnisse
- Führerscheinklassen C, CE oder C1, C1E, im Personenverkehr D oder DE
- Digitaler Fahrtenschreiber, Fahrerkarte und Nachweis der Lenk- und Ruhezeiten
- Ladungssicherung mit Zurrgurten, Antirutschmatten und Sperrbalken
- Umgang mit Aufbauten wie Kühlkoffer, Plane, Tank, Kipper oder Ladebordwand
- Navigation und Telematik im Fahrzeug, Auftragsabwicklung per Bordcomputer oder App
- Grundkenntnisse in Fahrzeugtechnik für Abfahrtskontrolle und kleine Reparaturen
Soft Skills, mit Beleg statt Behauptung
- Verlässlichkeit
- Nenne, wie lange du feste Touren oder Stammkunden gefahren bist. Wer jahrelang dieselbe Linie bekommt, hat das Vertrauen der Disposition.
- Ruhe unter Zeitdruck
- Beschreib eine Situation wie Stau vor einem festen Anliefertermin und wie du Kunde und Disposition rechtzeitig informiert hast.
- Kundenfreundlichkeit
- Wer Ware übergibt oder Fahrgäste befördert, ist das Gesicht des Betriebs. Schreib, wenn du Kunden selbst betreut oder Reklamationen vor Ort geklärt hast.
- Selbstständigkeit
- Mehrtägige Touren, Übernachtungen im Fahrzeug oder Fahrten ins Ausland zeigen, dass du Probleme unterwegs allein lösen kannst.
Scheine, Führerscheine und Zertifikate
- Führerscheinklassen
- Schreib alle Klassen aus, die du hast, also zum Beispiel B, C1, C, CE. Lass keine weg, auch wenn sie dir selbstverständlich vorkommen. Gib bei C und CE an, bis wann sie gültig sind, denn sie müssen regelmäßig verlängert werden.
- Schlüsselzahl 95 und Weiterbildung
- Die Schlüsselzahl 95 im Führerschein zeigt, dass du die Grundqualifikation oder beschleunigte Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz hast und deine Weiterbildung aktuell ist. Die Weiterbildung umfasst 35 Stunden alle fünf Jahre. Nenne das Datum, bis zu dem dein Eintrag gilt.
- Fahrerkarte
- Ohne Fahrerkarte kannst du kein Fahrzeug mit digitalem Fahrtenschreiber fahren. Schreib, dass du eine gültige Karte besitzt.
- ADR-Bescheinigung
- Für den Transport von Gefahrgut brauchst du je nach Ladung eine ADR-Schulungsbescheinigung, etwa den Basiskurs oder den Aufbaukurs Tank. Sie ist ein echter Vorteil bei vielen Stellen.
- Staplerschein und Kranschein
- Wenn du selbst entlädst, sind ein Fahrausweis für Flurförderzeuge oder eine Ausbildung für den Ladekran gefragte Zusätze.
Lebenslauf-Beispiel: Berufskraftfahrer/in
So baust du deinen Lebenslauf auf
Pack deine Fahrerlaubnisse in die Kopfzeile oder direkt unter das Kurzprofil, zum Beispiel so: Führerschein B, C, CE, Schlüsselzahl 95 gültig bis 2029, Fahrerkarte, ADR Basiskurs. Disponenten scannen die Bewerbung nach genau diesen Angaben.
Unterscheide bei jeder Station klar zwischen Nahverkehr, Regionalverkehr und Fernverkehr und nenne die Länder, wenn du international gefahren bist. Schreib außerdem, welche Fahrzeuge und Aufbauten du bewegt hast. Daraus erkennt der Betrieb, wie schnell du dich bei ihm einarbeiten kannst.
Hast du keine Ausbildung zum Berufskraftfahrer, sondern den Führerschein über die beschleunigte Grundqualifikation gemacht, ist das kein Nachteil. Schreib unter Ausbildung, wann und wo du die Qualifikation erworben hast. Frühere Berufe, etwa im Handwerk oder Lager, gehören trotzdem in den Lebenslauf, weil sie zeigen, dass du anpacken kannst.
Kurzprofil: Beispielsätze zum Anpassen
- Berufskraftfahrer mit acht Jahren Erfahrung im nationalen Fernverkehr mit Sattelzug und Kühlauflieger. Führerschein CE mit Schlüsselzahl 95, ADR Basiskurs und gültige Fahrerkarte.
- Lkw-Fahrerin im Nahverkehr mit festen Touren zu Filialen des Lebensmittelhandels, gewohnt an Ladebordwand, Rollcontainer und frühe Arbeitszeiten.
- Busfahrer im Linienverkehr mit Führerschein D und Schlüsselzahl 95, der Fahrgäste freundlich berät und auch bei Verspätungen den Überblick behält.
- Quereinsteiger aus dem Baugewerbe mit neuem Führerschein CE und beschleunigter Grundqualifikation, der als Fahrer im Regionalverkehr Fuß fassen möchte.
Anschreiben-Beispiel: Berufskraftfahrer/in
So schreibst du dein Anschreiben
Viele Speditionen lesen ein Anschreiben nur kurz. Nenne deshalb gleich im ersten Absatz, was du fahren darfst und welche Art von Verkehr du suchst, also etwa Nahverkehr mit täglicher Heimkehr oder Fernverkehr mit Wochentouren.
Belege im zweiten Teil, was die Anzeige verlangt. Wird Kühlverkehr genannt, schreib, wie lange du Kühlkoffer gefahren bist und wie du Temperaturen dokumentiert hast. Wird Gefahrgut genannt, erwähne deine ADR-Bescheinigung mit Gültigkeit.
Sag ehrlich, wenn dir etwas fehlt, etwa Erfahrung mit einem bestimmten Aufbau, und biete eine Einweisungsfahrt oder einen Probetag an. Das ist in der Branche üblich und zeigt, dass du dich nicht überschätzt.
Häufige Fehler in Bewerbungen als Berufskraftfahrer/in
Führerscheinklassen ungenau angeben
Führerschein Lkw reicht nicht. Schreib die genauen Klassen und die Gültigkeit, sonst muss der Betrieb nachfragen oder legt die Bewerbung zur Seite.
Schlüsselzahl 95 nicht erwähnen
Ohne Hinweis auf die Qualifikation weiß niemand, ob du gewerblich fahren darfst. Nenne Eintrag und Ablaufdatum ausdrücklich.
Alle Stationen gleich beschreiben
Lkw gefahren steht dann fünfmal untereinander. Nenne lieber bei jeder Station Verkehrsart, Fahrzeug, Ladung und Besonderheiten wie Nachtfahrten oder Ausland.
Punkte oder Unfälle verschweigen, wenn gefragt wird
Viele Betriebe lassen sich den Führerschein zeigen und fragen nach dem Fahreignungsregister. Fragt die Anzeige danach, antworte ehrlich. Ungefragt musst du es nicht ins Anschreiben schreiben.
Kontaktdaten, die unterwegs nicht funktionieren
Gib eine Handynummer an, unter der du auch während der Tour erreichbar bist, und schreib, zu welchen Zeiten du gut zurückrufen kannst.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Schlüsselzahl 95 im Führerschein?
Sie zeigt, dass du die Grundqualifikation oder beschleunigte Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz hast und deine Weiterbildung gültig ist. Ohne sie darfst du Lkw und Busse gewerblich in der Regel nicht fahren. Schreib Eintrag und Ablaufdatum in den Lebenslauf.
Muss ich ohne Ausbildung als Berufskraftfahrer überhaupt eine Ausbildung angeben?
Nein, eine dreijährige Ausbildung ist nicht Pflicht. Gib unter Ausbildung an, wann du Führerschein und Grundqualifikation erworben hast, und ergänze deinen früheren Berufsabschluss, falls du einen hast.
Wie gebe ich Fahrten ins Ausland an?
Nenne die Länder oder Regionen, in die du regelmäßig gefahren bist, zum Beispiel Benelux, Skandinavien oder Polen. Sprachkenntnisse, die dir unterwegs helfen, gehören in den Abschnitt Sprachen.
Gehört ein Foto in die Bewerbung als Lkw-Fahrer?
Ein Foto ist in Deutschland freiwillig. Viele Speditionen haben nichts dagegen, entscheidend sind aber Führerschein, Qualifikation und Erfahrung.