Vorlage für Sicherheit und Service
Sicherheitsmitarbeiter/in: Lebenslauf und Bewerbung (§ 34a)
Im Sicherheitsdienst entscheidet zuerst ein Nachweis, ob du überhaupt eingesetzt werden darfst. Danach zählen Ruhe, Aufmerksamkeit und gute Umgangsformen. So zeigst du beides in Lebenslauf und Anschreiben, mit Beispiel und Vorlage.
Worauf Arbeitgeber bei Sicherheitsmitarbeiter/in achten
Ein Sicherheitsunternehmen darf dich nur einsetzen, wenn du die gesetzlichen Voraussetzungen nach § 34a der Gewerbeordnung erfüllst. Dazu gehört eine Zuverlässigkeitsprüfung durch die Behörde und, je nach Einsatz, entweder der Nachweis über die Unterrichtung oder die bestandene Sachkundeprüfung bei der IHK. Ohne diese Nachweise kann der Betrieb dich nicht anmelden. Deshalb ist das erste, was Personalverantwortliche in deinem Lebenslauf suchen, dein Nachweis mit Datum.
Danach kommt deine Erfahrung in den Einsatzbereichen. Objektschutz in einem Industriegelände, Empfangsdienst in einem Bürogebäude, Einlasskontrolle bei Konzerten, Streifendienst in Einkaufszentren oder Schutz von Unterkünften sind sehr unterschiedliche Aufgaben. Wer schreibt, wo er schon gearbeitet hat, mit welchen Schichten und welchen Aufgaben, kann viel schneller eingeplant werden.
Wichtig sind außerdem persönliche Eigenschaften, die man im Lebenslauf belegen kann: deeskalierendes Auftreten, gute Deutschkenntnisse für Berichte und Gespräche, Fremdsprachen für Besucherkontakt, ein gepflegtes Erscheinungsbild und Verlässlichkeit bei Nacht- und Wochenenddiensten.
Typische Aufgaben, die in den Lebenslauf gehören
- Zugänge kontrollieren, Besucherausweise ausgeben und Personen anmelden
- Kontrollgänge in Gebäuden und auf dem Gelände durchführen und dokumentieren
- Alarm- und Brandmeldeanlagen sowie Kameras überwachen
- Bei Alarm nach Dienstanweisung reagieren und Polizei oder Feuerwehr informieren
- Bei Veranstaltungen Einlass- und Taschenkontrollen machen und Fluchtwege freihalten
- Konflikte ruhig ansprechen und deeskalieren
- Wachbuch und Berichte über besondere Vorkommnisse führen
- Erste Hilfe leisten, bis der Rettungsdienst eintrifft
Kenntnisse, Soft Skills und Nachweise
Fachkenntnisse
- Unterrichtung nach § 34a GewO oder Sachkundeprüfung bei der IHK
- Rechtliche Grundlagen wie Jedermannrechte, Notwehr und Hausrecht
- Bedienung von Zutrittskontrollsystemen, Videotechnik und Gefahrenmeldeanlagen
- Funkgeräte und Meldewege im Einsatz
- Brandschutz und Räumung im Notfall
- Berichtswesen und Wachbuch
- Erste Hilfe
Soft Skills, mit Beleg statt Behauptung
- Deeskalation
- Nenne Einsatzorte mit viel Publikumsverkehr und Schulungen zur Konfliktlösung, die du besucht hast.
- Aufmerksamkeit
- Beschreib Streifengänge oder Kameraüberwachung über längere Schichten, auch nachts.
- Verlässlichkeit
- Wer lange in einem festen Objekt eingesetzt wurde, hat das Vertrauen des Kunden. Schreib die Dauer dazu.
- Umgangsformen
- Empfangsdienst in Bürogebäuden oder Hotels zeigt, dass du freundlich und korrekt mit Besuchern umgehst.
Scheine, Führerscheine und Zertifikate
- Unterrichtung nach § 34a GewO
- Die Unterrichtung bei der IHK umfasst 40 Unterrichtsstunden und reicht für viele Tätigkeiten, etwa im Objektschutz oder Empfang. Für die Teilnahme brauchst du Deutschkenntnisse mindestens auf Niveau B1. Gib Datum und Kammer an.
- Sachkundeprüfung nach § 34a GewO
- Sie ist zum Beispiel für Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in öffentlich zugänglichen Bereichen wie Einkaufszentren vorgeschrieben, außerdem für den Schutz vor Ladendieben, für den Einlassbereich von Diskotheken und für die Bewachung von Unterkünften für Geflüchtete. Wer die Sachkunde hat, kann breiter eingesetzt werden.
- Ausbildung im Sicherheitsgewerbe
- Abschlüsse wie Servicekraft für Schutz und Sicherheit, Fachkraft für Schutz und Sicherheit oder Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft ersetzen den Sachkundenachweis. Nenne sie ganz oben unter Ausbildung.
- Ersthelfer und Brandschutzhelfer
- Viele Auftraggeber verlangen eine aktuelle Erste-Hilfe-Ausbildung. Schreib das Datum dazu, damit man sieht, dass sie gültig ist.
- Führerschein
- Für Revierfahrten und mobile Streifen wird oft Klasse B verlangt.
Lebenslauf-Beispiel: Sicherheitsmitarbeiter/in
So baust du deinen Lebenslauf auf
Stell deinen Nachweis nach § 34a an den Anfang, entweder in das Kurzprofil oder als erste Zeile unter Qualifikationen. Schreib genau, ob du die Unterrichtung oder die Sachkundeprüfung hast und wann du sie abgelegt hast. Eine Verwechslung fällt spätestens bei der Anmeldung im Bewacherregister auf.
Beschreib jede Station mit Einsatzbereich, Art des Objekts und typischen Aufgaben. Gut ist zum Beispiel: Objektschutz in einem Logistikzentrum, Pforte mit Lkw-Abfertigung, Nachtstreife mit Wachbuch. Namen der Kunden deines Arbeitgebers lässt du weg, wenn sie vertraulich sind.
Kommst du aus einem anderen Beruf, etwa Bundeswehr, Gastronomie oder Einzelhandel, nimm die passenden Erfahrungen mit: Schichtdienst, Verantwortung, Umgang mit schwierigen Situationen. Sie zeigen, dass du dir den Beruf zutraust.
Kurzprofil: Beispielsätze zum Anpassen
- Sicherheitsmitarbeiter mit Sachkundeprüfung nach § 34a GewO und vier Jahren Erfahrung im Objektschutz und Empfangsdienst. Ruhig, aufmerksam und gewohnt an Nacht- und Wochenenddienste.
- Sicherheitskraft mit Unterrichtung nach § 34a, die im Empfang eines Bürogebäudes Besucher freundlich anmeldet und Zutrittssysteme sicher bedient.
- Servicekraft für Schutz und Sicherheit mit Erfahrung im Veranstaltungsdienst, die Einlasskontrollen organisiert und Konflikte früh entschärft.
- Quereinsteiger aus der Bundeswehr mit frischer Sachkundeprüfung und Ersthelferausbildung, der im Werkschutz eines Industriebetriebs anfangen möchte.
Anschreiben-Beispiel: Sicherheitsmitarbeiter/in
So schreibst du dein Anschreiben
Nenne im ersten Absatz deinen Nachweis nach § 34a und den Einsatzbereich, den du suchst. So sieht der Betrieb sofort, ob er dich für das ausgeschriebene Objekt einplanen kann.
Beschreib im Hauptteil eine Situation, in der du ruhig und richtig gehandelt hast, etwa einen Alarm in der Nacht oder einen Konflikt am Einlass. Bleib sachlich und schreib nichts, was vertrauliche Details deines Kunden verrät.
Sag zum Schluss, welche Schichten du übernehmen kannst und ab wann. Die Behörde braucht für die Zuverlässigkeitsprüfung etwas Zeit. Ein Hinweis, dass du die Unterlagen schnell einreichen kannst, hilft dem Betrieb.
Häufige Fehler in Bewerbungen als Sicherheitsmitarbeiter/in
Unterrichtung und Sachkunde verwechseln
Das sind zwei verschiedene Nachweise mit unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten. Schreib genau, welchen du hast.
Datum des Nachweises fehlt
Ohne Datum muss der Betrieb nachfragen. Nenne Monat, Jahr und die prüfende IHK.
Vertrauliches ausplaudern
Namen von bewachten Objekten oder Sicherheitsabläufe gehören nicht in die Bewerbung. Beschreib die Art des Objekts statt seines Namens.
Härte statt Ruhe betonen
Kampfsport mag ein Hobby sein, im Lebenslauf zählt aber deine Fähigkeit zur Deeskalation. Stell sie in den Vordergrund.
Häufige Fragen
Reicht die Unterrichtung nach § 34a für eine Stelle im Sicherheitsdienst?
Für viele Tätigkeiten ja, etwa im Objektschutz oder Empfangsdienst. Für Kontrollgänge in öffentlich zugänglichen Bereichen, den Schutz vor Ladendieben, den Einlass in Diskotheken oder die Bewachung von Unterkünften für Geflüchtete brauchst du die Sachkundeprüfung.
Wie lange dauert die Zuverlässigkeitsprüfung?
Das hängt von der Behörde ab. Der Betrieb meldet dich im Bewacherregister an, danach prüft die Behörde unter anderem Auskünfte aus dem Bundeszentralregister. Rechne mit einigen Wochen und reiche Unterlagen schnell ein.
Kann ich mit Vorstrafen im Sicherheitsdienst arbeiten?
Das entscheidet die Behörde bei der Zuverlässigkeitsprüfung im Einzelfall. In die Bewerbung schreibst du dazu nichts, wenn nicht ausdrücklich danach gefragt wird.
Welche Sprachkenntnisse brauche ich?
Für die Unterrichtung bei der IHK mindestens Deutsch auf Niveau B1. Für Berichte und Gespräche mit Besuchern ist ein sicheres Deutsch wichtig, weitere Sprachen sind ein Plus, etwa am Flughafen oder bei Veranstaltungen.