Ratgeber · Anschreiben

Bewerbung per E-Mail: Betreff, Text, Anhang

Bei einer Bewerbung per E-Mail zählt der erste Eindruck schon im Posteingang. Betreff, Absender, ein kurzer Text und ein sauberes PDF entscheiden, ob deine Unterlagen ankommen und gern geöffnet werden. Hier steht, worauf du achten solltest.

Von Timur Aktas Gonzalez · Aktualisiert am 21.10.2026 · 7 Min. Lesezeit

Eine Bewerbung per E-Mail ist schnell verschickt, und genau das ist die Falle. Ein fehlender Betreff, ein Anhang mit dem Namen „scan001.pdf“ oder eine Absenderadresse aus Schulzeiten wirken nachlässig, bevor jemand deine Unterlagen gelesen hat. Die gute Nachricht: Mit ein paar festen Regeln ist eine E-Mail-Bewerbung in wenigen Minuten sauber vorbereitet. Wie das Anschreiben selbst aufgebaut ist, erklärt der Ratgeber Anschreiben: Aufbau, Formulierungen und Beispiele. Hier geht es um alles drumherum.

E-Mail oder Bewerbungsportal?

Bevor du schreibst, lies in der Anzeige nach, welchen Weg das Unternehmen wünscht. Manche Arbeitgeber nutzen ein Bewerbungsportal, andere nennen eine E-Mail-Adresse. Halte dich an den genannten Weg, auch wenn die andere Variante für dich bequemer wäre. Das empfiehlt auch die Bundesagentur für Arbeit.

Weg Wann Worauf achten
Bewerbungsportal Die Anzeige verlinkt ein Formular oder einen Button „Jetzt bewerben“ Felder vollständig ausfüllen, Lebenslauf als PDF mit auswählbarem Text hochladen, Bestätigungsmail aufheben
E-Mail Die Anzeige nennt eine Adresse oder eine Ansprechperson Betreff, kurzer Mailtext, ein PDF als Anhang
Beides genannt „Gern per E-Mail oder über unser Portal“ Frei wählbar; das Portal hilft der Firma oft bei der Bearbeitung

Manche Portale lesen deinen Lebenslauf automatisch aus, bei anderen trägst du ihn von Hand ein. Damit das klappt, sollte der Text im PDF auswählbar sein und das Layout nicht zu verschachtelt. Mehr dazu steht im Ratgeber zum ATS-Lebenslauf.

Die Absenderadresse

Deine E-Mail-Adresse ist das Erste, was im Posteingang erscheint. Ideal ist eine Adresse mit Vor- und Nachnamen bei einem gängigen Anbieter. Spitznamen, Jahreszahlen und Witze gehören nicht hinein. Die Adresse deines jetzigen Arbeitgebers ist tabu: Sie ist dienstlich, und je nach Regelung im Betrieb kann die Firma auf das Postfach zugreifen.

Gut Weniger gut
vorname.nachname@anbieter.de partyqueen2004@anbieter.de
v.nachname@anbieter.de info@meinefirma.de (wenn es nicht deine eigene Firma ist)
vorname.nachname.k@anbieter.de eine Adresse, die du selten liest

Wenn du dir eine neue Adresse anlegst, prüfe in den nächsten Wochen regelmäßig auch den Spam-Ordner. Einladungen landen dort manchmal.

Der Betreff

Der Betreff sagt in einer Zeile, worum es geht. Er enthält das Wort „Bewerbung“, den Stellentitel aus der Anzeige und, falls vorhanden, die Kennziffer. Damit kann die Person im Personalbereich die Mail sofort zuordnen.

  • „Bewerbung als Kauffrau für Büromanagement, Kennziffer 2026-114“
  • „Bewerbung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik“
  • „Initiativbewerbung als Mediengestalterin im Bereich Social Media“

Ein leerer Betreff oder nur „Bewerbung“ wirkt unaufmerksam. Großbuchstaben, Ausrufezeichen und Floskeln wie „Ihre neue Top-Mitarbeiterin“ lässt du weg. Wie du dich ohne ausgeschriebene Stelle bewirbst, erklärt der Ratgeber zur Initiativbewerbung.

Der Text der E-Mail

Die E-Mail ist kein zweites Anschreiben. Sie ist ein kurzer Begleittext, der sagt, was im Anhang ist. Drei bis fünf Sätze reichen: Anrede, worum es geht, was angehängt ist, ein freundlicher Schluss und deine Signatur mit Telefonnummer.

So kann das aussehen:

Sehr geehrte Frau Beispiel,

anbei sende ich Ihnen meine Bewerbung als Kauffrau für Büromanagement (Kennziffer 2026-114). Im Anhang finden Sie Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse in einer PDF-Datei.

Ich freue mich, von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen Lena Muster Telefon: 0151 00000000

Die Beispiele sind erfunden. Setze deine eigenen Angaben ein und achte darauf, dass Name und Kennziffer aus der Anzeige stimmen. Kennst du keinen Namen, ist „Sehr geehrte Damen und Herren“ in Ordnung. Ein Blick auf die Karriereseite oder ein kurzer Anruf hilft aber oft, die richtige Person zu finden.

Der Anhang: ein PDF statt vieler Dateien

Am einfachsten für alle Beteiligten ist ein einziges PDF, das die Unterlagen in der üblichen Reihenfolge enthält: Anschreiben, gegebenenfalls Deckblatt, Lebenslauf, dann Zeugnisse und Nachweise. So muss niemand fünf Dateien einzeln öffnen und sortieren. Welche Reihenfolge gilt, steht ausführlich im Ratgeber zur Bewerbungsmappe.

Manche Firmen wünschen ausdrücklich getrennte Dateien, etwa Lebenslauf und Anschreiben einzeln. Dann folgst du der Anzeige. Ohne Hinweis ist ein PDF die sichere Wahl, so empfiehlt es auch die Checkliste der Bundesagentur für Arbeit. Gelegentlich passen auch zwei: eines mit Anschreiben und Lebenslauf, eines mit den Anlagen.

Formate, die du vermeiden solltest

  • Word-Dateien: Das Layout kann sich beim Öffnen verschieben, und je nach Einstellung sind Änderungen oder Kommentare sichtbar.
  • Fotos vom Handy: Zeugnisse lieber einscannen oder mit einer Scan-App als PDF speichern.
  • ZIP-Archive und Links zu Cloud-Speichern: Manche Firmen öffnen sie aus Sicherheitsgründen nicht.
  • Bilddateien des Lebenslaufs: Software kann den Text darin oft nicht zuverlässig lesen.

Dateinamen

Ein guter Dateiname enthält deinen Namen und den Inhalt. Umlaute, Leerzeichen und Sonderzeichen machen in manchen Systemen Probleme, Unterstriche sind sicher.

Gut Weniger gut
Bewerbung_Lena_Muster.pdf scan001.pdf
Lebenslauf_Lena_Muster.pdf Lebenslauf_neu_final_2.pdf
Zeugnisse_Lena_Muster.pdf Dokument (3).pdf

Dateigröße

Große Anhänge können im Spamfilter hängen bleiben oder das Postfach der Firma belasten. Scanne Zeugnisse in normaler Auflösung, nicht in Fotoqualität, und speichere das PDF komprimiert. Die Bundesagentur für Arbeit nennt in ihrer Checkliste höchstens 5 MB. Nennt die Anzeige eine andere Höchstgröße, halte sie ein. Prüfe außerdem, ob der Text im PDF auswählbar ist. Das geht schnell mit dem kostenlosen PDF-Check.

Die Signatur

Unter deinen Gruß gehört eine kurze Signatur: voller Name, Telefonnummer und, wenn du möchtest, ein Link zu deinem Profil auf LinkedIn oder Xing. Die Checkliste der Bundesagentur für Arbeit nennt zusätzlich Adresse und E-Mail-Adresse; das schadet nicht, auch wenn beides schon in deinen Unterlagen steht. Lass Zitate, Logos, bunte Bilder und lange Hinweise zum Datenschutz weg. Wer dich anrufen möchte, soll die Nummer sofort finden, ohne den Anhang öffnen zu müssen.

Der richtige Zeitpunkt

Dass Bewerbungen an einem bestimmten Wochentag besser ankommen, ist nicht verlässlich belegt. Wichtiger ist, dass du nicht zu lange wartest: Manche Firmen sichten fortlaufend und laden früh zu Gesprächen ein. Läuft eine Frist, schick deine Unterlagen nicht erst in der letzten Stunde, falls etwas technisch schiefgeht.

Schreibst du spät abends oder am Wochenende, kannst du die Mail zeitversetzt senden lassen. Das ist keine Pflicht, wirkt aber ruhiger.

Vor dem Senden: Testmail an dich selbst

Schick die fertige E-Mail einmal an deine eigene Adresse. So siehst du, ob der Anhang dabei ist, sich öffnen lässt und ob die Signatur richtig angezeigt wird. Prüfe dabei auch, ob im Anschreiben noch der Firmenname aus einer früheren Bewerbung steht. Das ist ein typischer Fehler, wenn man mit Vorlagen arbeitet.

Nachfassen nach der Bewerbung

Manche Firmen schicken eine automatische Eingangsbestätigung. Kommt nach ein bis zwei Wochen gar nichts, darfst du freundlich nachfragen. Kurz und ohne Vorwurf:

Sehr geehrte Frau Beispiel,

am 6. Oktober habe ich mich bei Ihnen als Kauffrau für Büromanagement beworben. Ich möchte mich vergewissern, dass meine Unterlagen angekommen sind, und freue mich über eine kurze Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen Lena Muster

Bleibt es danach still, ist das leider eine Antwort. Häufiges Nachhaken hilft dann nicht. Konzentriere dich lieber auf die nächsten Bewerbungen. Wirst du eingeladen, bereite dich mit konkreten Beispielen vor, etwa mit der STAR-Methode.

Checkliste vor dem Absenden

  • Weg aus der Anzeige gewählt (Portal oder E-Mail)
  • Seriöse Absenderadresse mit deinem Namen
  • Betreff mit „Bewerbung“, Stellentitel und Kennziffer
  • Richtige Ansprechperson, Name korrekt geschrieben
  • Kurzer Mailtext mit Hinweis auf den Anhang
  • Signatur mit vollem Namen und Telefonnummer
  • Ein PDF in der richtigen Reihenfolge, Text auswählbar
  • Dateiname mit deinem Namen, ohne Umlaute und Leerzeichen
  • Firmenname und Stellentitel im Anschreiben stimmen
  • Testmail an dich selbst geschickt und Anhang geöffnet

Ein Foto im Lebenslauf ist übrigens laut Bundesagentur für Arbeit kein Muss. Wenn du eins verwenden möchtest, findest du Hinweise im Ratgeber zum Bewerbungsfoto. Allgemeine Tipps für den Lebenslauf selbst stehen in den Lebenslauf-Tipps.

So hilft dir Hirezard

Mit Hirezard entstehen Lebenslauf und Anschreiben in einem von 32 Designs, das Anschreiben automatisch im selben Design wie dein Lebenslauf. Der KI-Coach schlägt Formulierungen vor, erfindet aber nichts: Unbekanntes bleibt als Platzhalter markiert. Du lädst deine Unterlagen als PDF mit auswählbarem Text herunter und kannst sie vor dem Versand mit dem PDF-Check prüfen. Lebenslauf und Anschreiben kannst du kostenlos ausprobieren.

Quellen

  1. Checkliste E-Mail-Bewerbung, Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am
  2. Bewerbung schreiben, Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am
  3. Mit einem Klick zum Job: Unternehmenseigene Online-Bewerberportale, Bundesagentur für Arbeit (ZAV), abgerufen am
  4. Den perfekten Lebenslauf erstellen, Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am

So wählen und prüfen wir Quellen

Häufige Fragen

Soll das Anschreiben in die E-Mail oder in den Anhang?

In den Anhang, als erste Seite deines PDFs. Die E-Mail selbst bleibt kurz und verweist auf die Unterlagen. Nur wenn die Anzeige ausdrücklich darum bittet, gehört das Anschreiben in den Mailtext.

Wie groß darf der Anhang sein?

Eine feste Grenze gibt es nicht, aber kleiner ist sicherer. Viele Postfächer nehmen große Dateien an, manche Firmen filtern sie aber aus. Die Checkliste der Bundesagentur für Arbeit nennt höchstens 5 MB als Richtwert. Steht in der Anzeige eine Grenze, halte sie ein.

Darf ich eine Bewerbung am Wochenende schicken?

Ja, das ist kein Fehler. Wenn du den Eindruck vermeiden willst, nachts oder am Sonntag zu arbeiten, kannst du die E-Mail zeitversetzt senden lassen. Viele Mailprogramme bieten das an.

Was mache ich, wenn keine Eingangsbestätigung kommt?

Warte etwa eine bis zwei Wochen, dann frag freundlich per E-Mail oder Telefon nach, ob die Unterlagen angekommen sind. Ein kurzer, sachlicher Satz reicht.

Kann ich dieselbe E-Mail an mehrere Firmen schicken?

Nein. Schicke jede Bewerbung einzeln, mit eigener Anrede und passendem Anschreiben. Mehrere Empfänger in einer Mail oder sichtbare Adressen in Kopie wirken wie ein Serienbrief.