Ratgeber · Anschreiben

Deckblatt für die Bewerbung: Inhalt, Aufbau, Vorlage

Ein Deckblatt ist kein Muss, aber es kann deiner Bewerbung einen klaren Auftakt geben. Entscheidend ist, dass es schlicht bleibt und nichts wiederholt, was ohnehin im Lebenslauf steht. Hier erfährst du, wann es sich lohnt und wie es aussieht.

Von Timur Aktas Gonzalez · Aktualisiert am 21.10.2026 · 7 Min. Lesezeit

Ein Deckblatt ist die Titelseite deiner Bewerbung. Es nennt die Stelle, deinen Namen und deine Kontaktdaten, oft mit Foto. Notwendig ist es nicht: Die Bundesagentur für Arbeit nennt es ausdrücklich keinen Pflichtbestandteil, im Mittelpunkt stehen Anschreiben und Lebenslauf. Trotzdem kann ein gut gemachtes Deckblatt Ordnung schaffen, besonders wenn deine Unterlagen als ein PDF oder als Mappe auf Papier ankommen. Hier liest du, wann es passt, was darauf gehört und wie du es gestaltest.

Wann lohnt sich ein Deckblatt?

Ob ein Deckblatt sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, wie du dich bewirbst.

Situation Deckblatt? Warum
Bewerbung per E-Mail als ein PDF Kann sinnvoll sein Gibt dem Dokument einen klaren Anfang und eine Übersicht der Anlagen
Bewerbungsmappe auf Papier Kann sinnvoll sein Ordnet die Mappe und wirkt sorgfältig
Bewerbungsportal mit Formularfeldern Meist nicht Kontaktdaten stehen schon im Formular, eine Extraseite stört das Auslesen
Ausdrücklich „kurze Bewerbung“ oder nur Lebenslauf gewünscht Nein Du hältst dich an den Wunsch der Firma
Kreative Berufe, etwa Gestaltung Kann gut passen Zeigt gestalterisches Gespür, wenn es schlicht und stimmig ist

Wenn du unsicher bist: Ein Deckblatt schadet selten, solange es zurückhaltend ist und die Unterlagen nicht unnötig verlängert. Fehlt es, vermisst es aber auch kaum jemand.

Was gehört auf das Deckblatt?

Das Deckblatt beantwortet auf einen Blick: Wer bewirbt sich, worauf, und wie erreicht man die Person? Mehr braucht es nicht.

  1. Überschrift: „Bewerbung“, darunter die Stelle, zum Beispiel „als Kauffrau für Büromanagement“.
  2. Unternehmen: Name der Firma, optional die Kennziffer aus der Anzeige.
  3. Foto: optional, wenn du eines verwenden möchtest.
  4. Dein Name: gut lesbar, eine Stufe kleiner als die Überschrift.
  5. Kontaktdaten: Wohnort oder Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, optional ein Profil auf LinkedIn oder Xing.
  6. Anlagen: optional eine kurze Liste der folgenden Unterlagen.

Was nicht auf das Deckblatt gehört: ein Lebenslauf in Kurzform, Zitate, Eigenschaften wie „motiviert und zuverlässig“, Unterschrift oder lange Texte. Das Deckblatt ist eine Visitenkarte, kein zweites Anschreiben.

Ein Beispiel für den Aufbau

So kann ein schlichtes Deckblatt von oben nach unten aufgebaut sein:

Bereich Inhalt (Beispiel)
Oben Bewerbung als Kauffrau für Büromanagement
Darunter bei der Beispiel Logistik GmbH, Kennziffer 2026-114
Mitte Bewerbungsfoto, rechts oder mittig
Unter dem Foto Lena Muster
Kontakt Musterstraße 1, 44135 Dortmund · 0151 00000000 · lena.muster@anbieter.de
Unten Anlagen: Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse

Die Beispiele sind erfunden. Ersetze sie durch deine eigenen Angaben, etwa [Vorname Nachname], [Firma] und [Stelle].

Gestaltung: schlicht und einheitlich

Ein Deckblatt wirkt dann professionell, wenn es zum Rest der Bewerbung passt. Nutze dieselbe Schrift, dieselben Farben und dieselben Abstände wie in Lebenslauf und Anschreiben. Eine Bewerbung aus einem Guss wirkt sorgfältiger als drei Seiten in drei Stilen.

  • Schrift: eine gut lesbare Schrift wie im Lebenslauf, die Überschrift deutlich größer.
  • Farbe: höchstens eine Akzentfarbe, die auch im Lebenslauf vorkommt.
  • Weißraum: lieber zu viel als zu wenig. Ein Deckblatt darf leer wirken.
  • Ausrichtung: alles mittig oder alles linksbündig, nicht gemischt.
  • Keine Grafiken als Text: Schreibe Name und Stelle als echten Text, nicht als Bild.

Wie du ein Design auswählst, das zu deiner Branche passt, erklärt der Ratgeber Lebenslauf-Design wählen. Die Grundsätze gelten für das Deckblatt genauso.

Foto auf dem Deckblatt oder im Lebenslauf?

In Deutschland ist ein Bewerbungsfoto freiwillig, laut Bundesagentur für Arbeit in vielen Branchen aber weiterhin üblich. Manche Arbeitgeber erwarten sogar anonymisierte Lebensläufe. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (§ 1 AGG) soll Benachteiligungen etwa wegen Herkunft, Geschlecht oder Alter verhindern, auch bei der Bewerbung. Wenn du ein Foto nutzt, entscheide dich für einen Platz. Auf dem Deckblatt kann das Foto größer sein und wirkt präsenter. Im Lebenslauf sitzt es meist klein oben rechts neben den Kontaktdaten. Doppelt solltest du es nicht verwenden.

Foto auf dem Deckblatt Foto im Lebenslauf
Größer, wirkt als Auftakt Klein, direkt bei deinen Daten
Lebenslauf bleibt ganz sachlich Funktioniert auch ohne Deckblatt
Passt gut zu Bewerbungsmappen Passt gut zu Portalen und kurzen Bewerbungen

Bei Bewerbungsportalen ist das Foto im Lebenslauf meist praktischer, weil ein Deckblatt dort oft gar nicht vorgesehen ist. Worauf es bei einem guten Bild ankommt, steht im Ratgeber zum Bewerbungsfoto.

Drei Varianten im Vergleich

Nicht jedes Deckblatt muss gleich aussehen. Je nach Branche und Stelle passen unterschiedliche Ausprägungen. Wichtig ist, dass die Variante zu deinem Lebenslauf passt und nicht lauter ist als der Inhalt.

Variante Merkmale Passt zum Beispiel zu
Klassisch Mittig ausgerichtet, Foto in der Mitte, schwarze Schrift, kaum Farbe Verwaltung, Banken, öffentlicher Dienst, Handwerk
Modern Linksbündig, eine Akzentfarbe als schmaler Balken, Foto rechts Kaufmännische Berufe, IT, Marketing
Ohne Foto Nur Text, große Überschrift, viel Weißraum Jede Branche, besonders wenn du kein Foto nutzen möchtest

Bei kreativen Berufen darf das Deckblatt etwas mutiger sein, etwa mit einer eigenen Farbwelt oder einem dezenten grafischen Element. Auch dann gilt: Name und Stelle müssen sofort lesbar sein, und der Stil sollte sich im Lebenslauf wiederfinden. Ein Deckblatt, das mehr Aufmerksamkeit bekommt als deine Erfahrung, verfehlt seinen Zweck.

Deckblatt bei Ausbildung und Berufseinstieg

Wer sich um einen Ausbildungsplatz bewirbt, nutzt oft ein Deckblatt, besonders wenn der Betrieb Bewerbungen als PDF oder auf Papier annimmt. Inhaltlich ändert sich nichts: Stelle, Betrieb, Name, Kontakt, optional Foto. Statt einer Berufsbezeichnung schreibst du einfach „Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als [Beruf]“. Mehr zum Lebenslauf in dieser Phase steht im Ratgeber Lebenslauf als Schüler.

Häufige Fehler

  • Falsche Firma oder Stelle: Wer ein Deckblatt aus einer alten Bewerbung übernimmt, vergisst schnell, den Firmennamen zu ändern.
  • Zu viel Inhalt: Ein Kurzprofil, Hobbys oder ein Zitat gehören nicht auf das Deckblatt.
  • Uneinheitlicher Stil: Ein buntes Deckblatt vor einem schlichten Lebenslauf wirkt zusammengewürfelt.
  • Kontaktdaten fehlen oder sind veraltet: Prüfe Telefonnummer und E-Mail-Adresse besonders sorgfältig.
  • Deckblatt im Portal: Eine zusätzliche Seite kann das automatische Auslesen stören. Mehr dazu im Ratgeber zum ATS-Lebenslauf.

Deckblatt und Reihenfolge der Unterlagen

Das Deckblatt steht üblicherweise nach dem Anschreiben und vor dem Lebenslauf. Danach folgen Zeugnisse und Nachweise, die neuesten zuerst. Wenn du alles als ein PDF verschickst, ist das Deckblatt die zweite Seite. Die vollständige Reihenfolge mit Anlagenverzeichnis und dritter Seite erklärt der Ratgeber zur Bewerbungsmappe. Wie du das PDF per E-Mail verschickst, steht im Ratgeber Bewerbung per E-Mail.

Kostenlose Vorlage

Wenn du nicht bei null anfangen willst, findest du unter kostenlose Vorlagen ein schlichtes Deckblatt als Word-Datei, ohne Anmeldung. Ersetze die Beispielangaben in den eckigen Klammern durch deine eigenen und passe Schrift und Farbe an deinen Lebenslauf an. Speichere das Ergebnis am Ende als PDF.

Checkliste für dein Deckblatt

  • Brauche ich überhaupt ein Deckblatt, oder bewerbe ich mich über ein Portal?
  • Stelle und Firma stimmen mit der Anzeige überein
  • Name und Kontaktdaten aktuell und gut lesbar
  • Foto nur an einer Stelle, wenn überhaupt
  • Gleiche Schrift und Farben wie Lebenslauf und Anschreiben
  • Viel Weißraum, keine langen Texte
  • Als PDF gespeichert, Text auswählbar

Tipps für den Lebenslauf, der nach dem Deckblatt folgt, findest du in den Lebenslauf-Tipps.

So hilft dir Hirezard

Mit Hirezard entsteht dein Lebenslauf in einem von 32 Designs, das Anschreiben automatisch im selben Design. So passen Schrift und Farben aller Seiten zusammen. Der KI-Coach erfindet nichts: Was er nicht weiß, bleibt als Platzhalter markiert. Deine Unterlagen lädst du als PDF mit auswählbarem Text herunter und prüfst sie bei Bedarf mit dem PDF-Check. Lebenslauf und Anschreiben kannst du kostenlos ausprobieren.

Quellen

  1. Bewerbungsunterlagen: Das gehört rein, Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am
  2. Bewerbung schreiben, Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am
  3. § 1 AGG: Ziel des Gesetzes, Bundesministerium der Justiz, abgerufen am

So wählen und prüfen wir Quellen

Häufige Fragen

Ist ein Deckblatt Pflicht?

Nein. Ein Deckblatt ist freiwillig. Eine Bewerbung ohne Deckblatt ist genauso vollständig. Es kann aber helfen, wenn du dich per E-Mail oder auf Papier bewirbst und einen geordneten Auftakt möchtest.

Kommt das Deckblatt vor oder nach dem Anschreiben?

Üblich ist: Anschreiben zuerst, dann Deckblatt, dann Lebenslauf. Das Anschreiben richtet sich direkt an die Firma, das Deckblatt leitet die eigentlichen Unterlagen ein. Manche legen das Deckblatt ganz nach vorn. Beides ist verbreitet, wichtig ist eine einheitliche Gestaltung.

Darf das Foto auf Deckblatt und Lebenslauf?

Besser nur an einer Stelle. Entweder ein größeres Foto auf dem Deckblatt oder ein kleineres im Lebenslauf. Zweimal dasselbe Bild wirkt überladen. Ein Foto ist in Deutschland außerdem freiwillig.

Soll ich bei einem Bewerbungsportal ein Deckblatt hochladen?

Meist nicht. Portale fragen Kontaktdaten meist in Formularfeldern ab, und viele lesen den Lebenslauf aus. Ein Deckblatt ist dort eine zusätzliche Seite ohne Mehrwert. Lade lieber Lebenslauf und Anschreiben in den vorgesehenen Feldern hoch.

Was ist der Unterschied zwischen Deckblatt und dritter Seite?

Das Deckblatt ist eine Titelseite mit Stelle, Name und Kontakt. Die dritte Seite ist eine optionale Zusatzseite nach dem Lebenslauf, auf der du etwa deine Motivation oder deine Stärken näher erklärst.