Vorlage für Gastronomie und Hotel
Koch/Köchin: Lebenslauf und Bewerbung mit Beispiel
Küchenchefs wollen auf einen Blick sehen, an welchen Posten du gestanden hast, in welcher Küche und unter welchem Druck. Hier findest du Lebenslauf und Anschreiben als Beispiel und eine Vorlage für Word.
Worauf Arbeitgeber bei Koch/Köchin achten
In einer Küche zählt, ob du im Service nicht untergehst. Küchenchefinnen und Küchenchefs wollen deshalb vor allem wissen, an welchen Posten du gearbeitet hast, wie viele Essen in deiner Küche pro Service rausgingen und welcher Stil gekocht wurde. Eine A-la-carte-Küche im Restaurant, ein Hotel mit Bankett, eine Kantine oder ein Krankenhaus mit Diätküche: Jede verlangt andere Abläufe.
Danach kommen die Grundlagen, ohne die keine Küche funktioniert: Hygiene nach HACCP, saubere Mise en Place, Warenannahme und Lagerung, der Umgang mit Allergenen und Zusatzstoffen. Wer Lieferungen kontrolliert, Temperaturen dokumentiert und Bestellungen vorbereitet, zeigt, dass er nicht nur kocht, sondern mitdenkt.
Je weiter du kommst, desto mehr zählen Verantwortung und Planung: einen Posten führen, Auszubildende anleiten, Speisekarten mitentwickeln, Wareneinsatz im Blick haben. Nenne das konkret. Begriffe wie Leidenschaft fürs Kochen sagen weniger als ein Satz darüber, welche Gerichte du selbst entwickelt hast.
Typische Aufgaben, die in den Lebenslauf gehören
- Mise en Place vorbereiten: Gemüse schneiden, Fonds und Saucen ansetzen, Fleisch und Fisch portionieren
- Gerichte an einem Posten zubereiten und anrichten, zum Beispiel Saucier, Entremetier, Gardemanger oder Patisserie
- Warenannahme kontrollieren, Lebensmittel richtig lagern und Temperaturen dokumentieren
- Hygienevorgaben nach HACCP einhalten und Reinigungspläne umsetzen
- Allergene und Zusatzstoffe kennen und in der Speisekarte richtig angeben
- Bankette und Veranstaltungen vorbereiten, Rezepturen für größere Mengen umrechnen
- Bestellungen vorbereiten, Wareneinsatz beachten und Auszubildende anleiten
Kenntnisse, Soft Skills und Nachweise
Fachkenntnisse
- Klassische Garmethoden und Saucenküche
- Posten im Küchenbrigadesystem
- HACCP und Eigenkontrolle
- Allergenkennzeichnung nach Lebensmittelinformationsverordnung
- Kombidämpfer, Sous-vide, Regenerieren im Cook-and-Chill-Verfahren
- Kalkulation von Rezepturen und Wareneinsatz
- Vegetarische und vegane Küche
Soft Skills, mit Beleg statt Behauptung
- Belastbarkeit im Service
- Nenne die Größe der Küche oder ob ihr ein Restaurant mit Bankettbetrieb versorgt habt. Das zeigt, unter welchem Druck du gearbeitet hast.
- Teamarbeit in der Brigade
- Beschreib, wie du bei Ausfällen einen anderen Posten übernommen hast.
- Sauberkeit und Ordnung
- Erwähne, ob du für Reinigungspläne, Temperaturlisten oder die Eigenkontrolle zuständig warst.
- Kreativität
- Nenne ein Gericht oder eine Wochenkarte, die du entwickelt hast, und für welchen Anlass.
Scheine, Führerscheine und Zertifikate
- Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz
- Bevor du zum ersten Mal mit Lebensmitteln arbeitest, brauchst du die Bescheinigung über die Erstbelehrung durch das Gesundheitsamt oder einen beauftragten Arzt. Leg sie bei oder schreib, dass sie vorliegt.
- Abschlusszeugnis Koch oder Köchin
- Mit Prüfungsjahr und Ausbildungsbetrieb. Hast du ohne Abschluss gelernt, nenne die Jahre Praxis und die Küchen genau.
- Weiterbildungen
- Etwa Küchenmeister, Diätkoch, Patisserie oder Weinseminar. Mit Anbieter und Jahr.
- Hygieneschulungen
- Jährliche Unterweisungen und HACCP-Schulungen kannst du zusammenfassend erwähnen, zum Beispiel mit dem Jahr der letzten Schulung.
Lebenslauf-Beispiel: Koch/Köchin
So baust du deinen Lebenslauf auf
Schreib bei jeder Station den Betrieb, die Art der Küche und deinen Posten. Ein Eintrag wie Commis de Cuisine, Posten Entremetier, Restaurant mit gehobener regionaler Küche sagt mehr als nur Koch. Wenn du weißt, wie viele Gedecke ihr im Abendservice hattet, darfst du es nennen.
Saisonstellen sind in der Gastronomie normal. Fasse sie übersichtlich zusammen, zum Beispiel Wintersaison mit Ort und Hotel, und erkläre Lücken zwischen den Saisons mit einem Wort, wenn sie lang sind.
Auszeichnungen deines Betriebs gehören nur hinein, wenn du dort in der Küche gearbeitet hast und sie in deiner Zeit vergeben wurden. Schreib dann genau, welche es war, und übertreib deinen Anteil nicht.
Kurzprofil: Beispielsätze zum Anpassen
- Koch mit fünf Jahren Erfahrung in der A-la-carte-Küche, zuletzt Chef de Partie am Saucierposten, sicher in klassischer Saucenküche und in der Führung von zwei Auszubildenden.
- Ausgelernte Köchin aus einem Tagungshotel mit Bankettbetrieb, die Mengen kalkulieren kann und gern in einer kleineren Küche mit wechselnder Karte arbeiten möchte.
- Koch mit Erfahrung in der Gemeinschaftsverpflegung, vertraut mit Cook and Chill, Allergenkennzeichnung und Diätformen, sucht eine Stelle mit geregelten Arbeitszeiten.
- Junge Köchin mit Schwerpunkt vegetarische Küche, die eine Wochenkarte selbst entwickelt hat und in einem Restaurant mit saisonalem Konzept weiterlernen möchte.
Anschreiben-Beispiel: Koch/Köchin
So schreibst du dein Anschreiben
Fang mit der Küche an, nicht mit dir. Was reizt dich an diesem Betrieb, an dieser Karte oder diesem Konzept? Ein Satz dazu zeigt, dass du dich informiert hast.
Im Hauptteil erzählst du, an welchen Posten du sicher bist und was du gerade lernst. Wenn ein Betrieb eine bestimmte Spezialisierung sucht, etwa Patisserie, sag ehrlich, wie weit du darin bist.
Biete ein Probekochen oder einen Probetag an. In der Gastronomie ist das üblich und für beide Seiten der schnellste Weg zu einer Entscheidung.
Häufige Fehler in Bewerbungen als Koch/Köchin
Posten fehlen
Koch allein verrät nichts. Nenne den Posten und die Art der Küche.
Saisons unübersichtlich
Viele kurze Einträge ohne Ordnung wirken sprunghaft. Fasse Saisons sauber zusammen.
Hygienebelehrung nicht erwähnt
Sie ist Voraussetzung. Schreib, dass die Bescheinigung vorliegt.
Übertriebene Rollen
Wer Souschef schreibt, aber Commis war, fällt beim Probekochen auf. Bleib bei deinem echten Posten.
Nur Geschmack, keine Organisation
Zeig auch Warenannahme, Bestellungen und Reinigungspläne. Das unterscheidet dich von anderen.
Häufige Fragen
Brauche ich als Koch ein Gesundheitszeugnis?
Das frühere Gesundheitszeugnis heißt heute Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz. Du brauchst die Bescheinigung über die Erstbelehrung, bevor du zum ersten Mal mit Lebensmitteln arbeitest. Danach unterweist dich dein Arbeitgeber regelmäßig.
Wie gebe ich Saisonstellen an?
Jede Saison bekommt einen Eintrag mit Monat und Jahr, Betrieb, Ort und Posten. Bei vielen kurzen Saisons kannst du sie unter einer Überschrift wie Saisonstellen in der Ferienhotellerie zusammenfassen.
Kann ich ohne Ausbildung als Koch arbeiten?
Viele Küchen stellen Beiköche oder Küchenhilfen ohne Abschluss ein. Bezeichne dich dann nicht als Koch, sondern beschreibe deine Aufgaben genau. Mit genug Praxis ist die Externenprüfung vor der Kammer ein Weg zum Abschluss.
Soll ich Fotos meiner Gerichte mitschicken?
Das kann helfen, wenn die Anzeige es nicht ausschließt. Zwei oder drei gute Fotos von Gerichten, die du selbst angerichtet hast, reichen, zum Beispiel als Link oder als eine Seite im Anhang.